Phil Anderegg – SSI Scuba Diving Instructor Logo

Warum wir manchmal vergessen, einfach nach oben zu schauen

Wenn wir tauchen, schauen wir meistens nach unten.

Auf den Meeresboden.

Zwischen Korallen.

Unter Steine.

In kleine Spalten.

Wir suchen nach Garnelen.

Nach Nacktschnecken.

Nach Oktopussen.

Nach all den kleinen Wundern, die sich dort verstecken.

Und dabei vergessen wir manchmal etwas.

Einfach nach oben zu schauen.

Der Blick nach oben verändert alles

Es gibt Momente unter Wasser, in denen ich bewusst den Blick vom Boden löse.

Einfach nach oben.

Zur Wasseroberfläche.

Und jedes Mal bin ich überrascht, wie anders die Unterwasserwelt plötzlich wirkt.

Das Licht.

Die Farben.

Die Silhouetten.

Alles verändert sich.

Licht erzählt seine eigene Geschichte

Je nach Tageszeit verändert sich das Wasser.

Sonnenstrahlen fallen durch die Oberfläche.

Wellen brechen das Licht.

Manchmal wirkt das Meer von unten fast wie eine riesige Kathedrale aus Licht.

Ein Anblick, den viele Taucher kaum wahrnehmen.

Nicht weil er selten ist.

Sondern weil wir oft vergessen, hinzusehen.

Auch deine Buddys gehören zum Bild

Manchmal sehe ich meinen Buddy nur als dunkle Silhouette über mir.

Ruhig schwebend.

Von der Sonne umrahmt.

Oder kleine Luftblasen, die langsam zur Oberfläche steigen.

Es sind einfache Motive.

Und trotzdem gehören sie für mich zu den schönsten Bildern eines Tauchgangs.

Nicht alles spielt sich am Boden ab

Natürlich lohnt sich der Blick in den Sand.

Dort verstecken sich unzählige Tiere.

Aber auch über uns passiert unglaublich viel.

Fischschwärme ziehen vorbei.

Barrakudas kreisen.

Schildkröten steigen zum Atmen auf.

Oder Sonnenstrahlen verwandeln das Wasser für wenige Sekunden in etwas Magisches.

Der Blick nach oben verändert auch den Taucher

Interessanterweise verändert dieser kleine Perspektivwechsel nicht nur das, was man sieht.

Sondern auch, wie man taucht.

Man wird ruhiger.

Nimmt sich mehr Zeit.

Lässt den Blick schweifen.

Und entdeckt plötzlich Dinge, die vorher gar nicht aufgefallen sind.

Das verbindet sich direkt mit Weniger tun – mehr sehen.

Die schönsten Bilder entstehen manchmal ohne Kamera

Es gibt Augenblicke, die sich kaum fotografieren lassen.

Das Licht.

Die Tiefe.

Die Stimmung.

Man kann sie festhalten.

Aber selten vollständig.

Und vielleicht ist genau das in Ordnung.

Das knüpft perfekt an Die schönsten Momente unter Wasser kann man oft nicht fotografieren an.

Es geht nicht nur um das, was wir suchen

Oft beginnen wir einen Tauchgang mit einer kleinen Wunschliste.

Vielleicht möchten wir einen Oktopus sehen.

Eine Muräne.

Eine Schildkröte.

Doch manchmal übersehen wir dabei all das, was bereits um uns herum passiert.

Nicht weil es weniger schön wäre.

Sondern weil wir nicht danach gesucht haben.

Der Blick nach oben erinnert uns daran, im Moment zu sein

Unter Wasser gibt es keinen richtigen oder falschen Blick.

Aber manchmal lohnt es sich, den Fokus zu verändern.

Nicht immer nur suchen.

Sondern einfach wahrnehmen.

Denn genau dann entstehen oft die Momente, an die wir uns noch lange erinnern.

Vielleicht ist genau dort einer der schönsten Ausblicke des Tauchens

Nicht am Boden.

Nicht in einer Höhle.

Nicht hinter einem Felsen.

Sondern direkt über uns.

Dort, wo Licht, Wasser und Stille zusammenkommen.

Und vielleicht vergessen wir genau deshalb viel zu oft, einfach einmal nach oben zu schauen.

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