Phil Anderegg – SSI Scuba Diving Instructor Logo

Unter Wasser lernt man, den Moment zu genießen

Es gibt nur wenige Orte, an denen mir das so leichtfällt wie unter Wasser.

Kaum bin ich abgetaucht, verändert sich etwas.

Der Alltag bleibt an der Oberfläche.

Termine.

Nachrichten.

To-do-Listen.

Für eine Weile spielen sie keine Rolle mehr.

Unter Wasser zählt nur der Moment.

Das Meer lässt sich nicht beschleunigen

An Land sind wir es gewohnt, ständig in Bewegung zu sein.

Schneller.

Effizienter.

Produktiver.

Doch unter Wasser funktioniert das nicht.

Das Meer hat sein eigenes Tempo.

Und je eher wir uns darauf einlassen, desto angenehmer wird der Tauchgang.

Nicht der nächste Moment ist wichtig

Oft denken wir schon an das, was als Nächstes kommt.

Der nächste Termin.

Die nächste Aufgabe.

Der nächste Urlaub.

Unter Wasser verschwindet dieses Gefühl erstaunlich schnell.

Man denkt nicht an später.

Man erlebt das Jetzt.

Den nächsten Atemzug.

Die nächste ruhige Flossenbewegung.

Den Lichtstrahl, der durch die Wasseroberfläche fällt.

Die schönsten Augenblicke lassen sich nicht planen

Manchmal ist es eine Schildkröte.

Manchmal ein neugieriger Oktopus.

Manchmal einfach nur das Blau des Meeres.

Doch egal, was passiert:

Diese Momente entstehen selten dann, wenn wir sie erzwingen möchten.

Sie entstehen, wenn wir aufmerksam sind.

Nicht hektisch suchen.

Sondern wahrnehmen.

Unter Wasser gibt es nichts abzuhaken

Ich glaube, wir Menschen lieben Listen.

Noch dieses Tier sehen.

Noch dieses Wrack betauchen.

Noch diese Tiefe erreichen.

Doch das Meer funktioniert nicht nach einer Checkliste.

Vielleicht ist genau das einer seiner größten Reize.

Ruhe ist ansteckend

Ich habe oft erlebt, dass sich die eigene Stimmung auf den Tauchgang auswirkt.

Wer ruhig ist, taucht oft ruhiger.

Wer sich Zeit nimmt, entdeckt mehr.

Und wer den Moment genießt, nimmt häufig Erinnerungen mit nach Hause, die sich nicht fotografieren lassen.

Der Moment ist oft klein

Es muss nichts Spektakuläres passieren.

Ein Fischschwarm.

Ein Sonnenstrahl.

Ein Blick zum Buddy.

Eine Minute völliger Stille.

Manchmal sind genau diese kleinen Augenblicke die, an die wir uns Jahre später erinnern.

Vielleicht ist das das größte Geschenk des Tauchens

Natürlich lernen wir beim Tauchen viel.

Über Tarierung.

Über Sicherheit.

Über die Unterwasserwelt.

Doch vielleicht lernen wir noch etwas anderes.

Etwas, das wir auch mit an Land nehmen können.

Den Moment nicht ständig mit dem nächsten zu vergleichen.

Sondern ihn einfach zu genießen.

Das Meer erinnert uns daran

Der Ozean hat es nicht eilig.

Die Fische haben keinen Termin.

Die Schildkröte denkt nicht an morgen.

Vielleicht liegt genau darin eine der schönsten Lektionen des Tauchens.

Dass wir für eine Weile vergessen dürfen, was gestern war.

Und was morgen kommt.

Denn unter Wasser zählt nur eines.

Dieser eine Moment.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum wir immer wieder zurückkehren.

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