Phil Anderegg – SSI Scuba Diving Instructor Logo

Tauchen sollte kein Zwang sein

Tauchen ist für viele Menschen etwas ganz Besonderes. Es bedeutet Ruhe, Abenteuer, Entdeckung – und oft auch ein großes Stück Freiheit. Kein Wunder also, dass viele Taucher diese Erfahrung gerne mit ihren Partnern, Freunden oder der Familie teilen möchten.

Das ist grundsätzlich etwas sehr Schönes.

Problematisch wird es nur dann, wenn aus dieser Idee plötzlich ein Zwang wird.

„Das wird dir schon gefallen“

Als Tauchlehrer erlebt man diese Situation immer wieder. Jemand kommt zum Schnuppertauchen oder zum Kurs – und schon beim Briefing merkt man: Diese Person ist eigentlich gar nicht hier, weil sie selbst tauchen möchte.

Oft hört man Sätze wie:

„Probier es einfach mal, das wird dir schon gefallen.“
„Ich tauche schon so lange, das musst du unbedingt auch erleben.“
„Das wird ein tolles Familienerlebnis.“

Manchmal stimmt das sogar. Es gibt durchaus Menschen, die erst skeptisch sind und später große Freude am Tauchen entwickeln.

Aber nicht immer.

Wenn Tauchen Stress statt Freude wird

Manchmal merkt man sehr schnell, dass jemand unter Druck steht. Vielleicht hat die Person Angst vor dem Wasser. Vielleicht fühlt sie sich unwohl mit der Ausrüstung. Vielleicht hat sie schlicht kein Interesse daran, unter Wasser zu gehen.

In solchen Momenten wird Tauchen plötzlich zu etwas völlig anderem: zu Stress.

Und genau das sollte Tauchen niemals sein.

Denn unter Wasser braucht es Ruhe, Vertrauen und die Bereitschaft, sich auf die Umgebung einzulassen. Wer bereits mit Druck oder Widerwillen ins Wasser geht, kann diese Erfahrung kaum genießen.

Auch für Tauchlehrer keine schöne Situation

Für Tauchlehrer ist das ebenfalls schwierig. Unsere Aufgabe ist es, Menschen sicher und entspannt an das Tauchen heranzuführen.

Wenn jemand aber eigentlich gar nicht tauchen möchte, wird dieser Prozess unnötig kompliziert.

Man spürt die Nervosität.
Man spürt den Druck.
Und oft merkt man, dass die Person nur hier ist, um jemand anderem einen Gefallen zu tun.

Das ist keine gute Grundlage für einen entspannten Tauchgang.

Ein Urlaub muss nicht für alle gleich aussehen

Gerade im Urlaub entsteht oft die Idee eines gemeinsamen Abenteuers: Alle machen das Gleiche, alle erleben das Gleiche, alle erzählen später die gleiche Geschichte.

Doch in der Realität funktioniert das selten so perfekt.

Vielleicht taucht ein Familienmitglied gerne.
Vielleicht geht jemand lieber schnorcheln.
Vielleicht bleibt jemand einfach gerne am Strand.

Und das ist völlig in Ordnung.

Ein guter Urlaub bedeutet nicht, dass alle das Gleiche tun müssen – sondern dass jeder etwas tun kann, das ihm wirklich Spaß macht.

Tauchen sollte eine eigene Entscheidung sein

Tauchen ist eine wunderschöne Aktivität. Aber sie sollte immer eine freiwillige Entscheidung sein.

Wer aus eigener Neugier ins Wasser geht, erlebt das Tauchen ganz anders als jemand, der sich überreden lassen musste.

Und wenn jemand sagt: „Das ist nichts für mich“, dann ist das genauso in Ordnung.

Spaß für alle Beteiligten

Am Ende geht es um etwas ganz Einfaches: Tauchen soll Freude machen.

Für den Taucher.
Für die Familie.
Für den Tauchpartner.
Und auch für den Tauchlehrer.

Wenn alle Beteiligten wirklich Lust darauf haben, kann Tauchen zu einem unglaublichen Erlebnis werden.

Aber dieses Erlebnis beginnt immer mit einer einfachen Voraussetzung:

Dass jeder selbst entscheiden darf, ob er ins Wasser gehen möchte – oder eben nicht.

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